Schiitische Überlieferer in Sahih al-Bukhari
In den authentischen sunnitischen Hadithbüchern findet sich eine ganze Reihe von Überlieferern, welche in den biographischen Werken der Gelehrten als Schiiten beschrieben wurden. Die heutigen Schiiten ziehen diesen Umstand als Beweis dafür heran, dass die Sunniten eine Doppelmoral in Bezug auf die Annahme schiitischer Überlieferungen aufweisen, und das sie ihren Glauben auf den Aussagen von Menschen aufbauen, welche sie zur gleichen Zeit für Kuffar halten.Zunächst muss festgehalten werden, dass die Gelehrten der Hadithwissenschaften der einhelligen Ansicht waren, dass die Aussagen von extremen Rawafid, welche heute gemeinhin als Schiiten bezeichnet werden nicht angenommen werden können. So zitiert Imam al-Bukhari in einem seiner Werke folgende Aussage:
Abu Abdullah sagte: Ich sehe keinen Unterschied zwischen dem Beten hinter einen Jahmi oder Rafidi und dem Beten hinter einem Christen oder Juden. Sie sind nicht zu grüßen und nicht zu besuchen, auch darf nicht bei ihnen eingeheiratet werden. Ihre Zeugenaussage ist nicht zu akzeptieren und von ihrer Schlachtung darf nicht gegessen werden.
(Khalq Af'aalul-Ibad, Seite 14)
(Khalq Af'aalul-Ibad, Seite 14)
Doch wie kommt es nun, dass Bukhari dennoch selbst in seinem Sahih eine Große Zahl von Hadithen aufnahm, welche Schiiten in der Überlieferungskette haben? Die Antwort liefert Imam Ibn Hajjar al-Asqalani, er sagte:
التشيع
في عرف المتقدمين هو اعتقاد تفضيل علي على عثمان ، وأن عليا كان مصيبا في
حروبه ، وأن مخالفه مخطئ ، مع تقديم الشيخين وتفضيلهما ، وربما اعتقد
بعضهم أن عليا أفضل الخلق بعد رسول الله صلى الله عليه وسلم ، وإذا كان
معتقد ذلك ورعا دينا صادقا مجتهدا فلا ترد روايته بهذا ، لا سيما إن كان
غير داعية. وأما التشيع في عرف المتأخرين فهو الرفض المحض ، فلا تقبل رواية الرافضي الغالي ولا كرامة .
"تهذيب التهذيب" (1/81) .
Übersetzung:"تهذيب التهذيب" (1/81) .
Schiismus (Taschaju') bezeichnete in der Frühzeit des Islams den Glauben an die Vorzüglichkeit Alis über Uthman, und daran, dass Ali mit seinen Kriegen im Recht war, während seine Gegner einen Fehler begingen, wobei jedoch die Vorzüglichkeit der beiden Sheikhs (Abu Bakr und Umar) von ihnen bestätigt wird. Einige von ihnen (den Anhängern des Schiismus) glaubten möglicherweise auch daran, dass Ali das beste Geschöpf nach dem Gesandten Allahs (saws) war. Wenn jemand diesen Glauben hatte, während er fromm, gläubig und aufrichtig war und seinen Glauben auf seinem besten Wissen aufbaute, so ist seine Überlieferung deswegen nicht zurückzuweisen, speziell wenn er nicht dazu aufrief.
Was nun aber den Schiismus in der Bedeutung der späteren Generationen betrifft, so bezeichnet er die reine Ablehnung (Rafd) und die Überlieferung eines extremistischen Ablehners (Rafidi) ist weder zu akzeptieren noch zu würdigen.
(Tahdhib at-Tahdhib 81/1)
Was nun aber den Schiismus in der Bedeutung der späteren Generationen betrifft, so bezeichnet er die reine Ablehnung (Rafd) und die Überlieferung eines extremistischen Ablehners (Rafidi) ist weder zu akzeptieren noch zu würdigen.
(Tahdhib at-Tahdhib 81/1)
Imam ad-Dhahbi sagte:
البدعة على ضربين : فبدعة صغرى : كغلو التشيع ، أو كالتشيع بلا غلو ولا تحرف ،
فهذا كثير في التابعين وتابعيهم مع الدين والورع والصدق ، فلو رد حديث هؤلاء لذهب
جملة من الآثار النبوية ، وهذه مفسدة بينة . ثم بدعة كبرى ، كالرفض الكامل والغلو فيه ، والحط على أبي بكر وعمر رضي الله عنهما
، والدعاء إلى ذلك ، فهذا النوع لا يحتج بهم ولا كرامة . وأيضا فما أستحضر الآن في هذا الضرب رجلا صادقا ولا مأمونا ، بل الكذب شعارهم ،
والتقية والنفاق دثارهم ، فكيف يقبل نقل من هذا حاله ! حاشا وكلا . فالشيعي الغالي في زمان السلف وعرفهم هو مَن تَكَلَّم في عثمان والزبير وطلحة
ومعاوية وطائفة ممن حارب عليا رضى الله عنه ، وتعرض لسبهم . والغالي في زماننا وعرفنا هو الذي يكفر هؤلاء السادة ، ويتبرأ من الشيخين أيضا ،
فهذا ضال معثَّر .
"ميزان الاعتدال" (1/5-6)
Übersetzung:"ميزان الاعتدال" (1/5-6)
Die Neuerung ist von zweierlei Art. Es gibt eine geringere Neuerung, wie z.B. den übertriebenen Schiismus oder den Schiismus ohne Übertreibung und ohne Abirrung. Diese Art der Neuerung trat bei vielen in der ersten Nachfolgegeneration nach den Gefährten auf, sowie in den Generationen die nach ihnen kamen, wobei sie jedoch religiös, fromm und aufrichtig waren. Wären die Überlieferungen dieser Personen abgelehnt worden, so wäre ein großer Teil der Berichte über den Gesandten Allahs (saws) verloren gegangen, was zweifelsohne ein großes Übel gewesen wäre.
Desweiteren gibt es die schwerwiegendere Neuerung, so wie beispielsweise die komplette Ablehnung (Rafd) und die Übertreibung darin, und die Herabwürdigung von Abu Bakr und Umar (ra) und das Rufen zu diesen Sachen. Überlieferungen solcher Personen können defintiv nicht angenommen werden. Darüber hinaus ist mir bei diesem Schlag von Menschen in unserer Zeit kein einziger aufrichtiger und vertrauenswürdiger Mann bekannt. Vielmehr ist die Lüge ihr Leitspruch und die Taqiyyah und die Heuchelei sind ihr Schild. Wie kann eine Überlieferung von solchen Leuten akzeptiert werden? Nein, dies ist defintiv unmöglich.
Mizaan al-I’tidaal (5/1-6)
Man sieht also, dass jene Überlieferer von welchen berichtet wird, dass sie dem Schiismus anhingen, nicht mit den heutigen Schiiten gleichgesetzt werden können. Sie hatten nichts mit den heutigen Schiiten gemein, welche Abu Bakr und Umar herabwürdigen oder gar verfluchen und behaupten sie hätten das Kalifat von Ali gestohlen. Sie haben nichts mit jenen heutigen Schiiten zu tun, welche an 12 unfehlbare Imame glauben und deren Religion voller Lug, Trug, Schirk und Kuffr ist.
Man sieht also, dass jene Überlieferer von welchen berichtet wird, dass sie dem Schiismus anhingen, nicht mit den heutigen Schiiten gleichgesetzt werden können. Sie hatten nichts mit den heutigen Schiiten gemein, welche Abu Bakr und Umar herabwürdigen oder gar verfluchen und behaupten sie hätten das Kalifat von Ali gestohlen. Sie haben nichts mit jenen heutigen Schiiten zu tun, welche an 12 unfehlbare Imame glauben und deren Religion voller Lug, Trug, Schirk und Kuffr ist.
Beispiel: Ubaidallah bin Musa al-Absi
Hadithe dieses Überlieferers finden sich unter anderem in Sahih al-Bukhari, Sahih Muslim und in den Sunan at-Tirmidhi. Er wurde als Schiit beschrieben.So sagte Abu Dawud über ihn:
Er war ein leidenschaftlicher Schiit.
Ibn Mandah sagte:
Ahmed Ibn Hanbal pflegte die Menschen auf Ubaidallah hinzuweißen, er war bekannt für seinen Rafd und er lies niemanden sein Haus betreten, dessen Name Muawiyah war.
Vgl. http://www.islamweb.net/newlibrary/showalam.php?ids=16527
Ahmad nahm seine Hadithe nicht an. Abu Dawud, Bukhari und Muslim hingegen schon. Der Grund hierfür ist, dass er unter anderem Hadithe wie das folgende überlieferte:
أخبرنا عبد الرحمن بن محمد ، ويحيى بن أبي منصور ، قالا : أخبرنا عمر بن محمد ، أخبرنا هبة الله بن الحصين ، أخبرنا محمد بن محمد ، أخبرنا أبو بكر الشافعي ، حدثنا محمد بن سليمان الواسطي ، حدثنا عبيد الله بن موسى ، حدثنا مالك بن مغول ، عن عون بن أبي جحيفة ، عن أبيه ، قال : قال علي -رضي الله عنه- : " خَيرُنا بعد نبينا أبو بكر وعمر -رضي الله عنهما- " .
Übersetzung:Ubaidallah bin Musa überliefert [...] dass Ali (ra) sagte: "Die besten von uns nach dem Propheten waren Abu Bakr und Umar (ra)."
Es besteht also kein Zweifel daran, dass Ubaidallah nichts mit den heutigen Schiiten gemein hat, obwohl er als "leidenschaftlicher Schiit" bezeichnet wurde. Dies lässt sich auf alle Überlieferungen in den authentischen sunnitischen Hadithwerken übertragen. In keinem von ihnen kommen Ablehner vom Schlage der heutigen Schiiten vor, wa lillahi al-Hamd.
